Editorial

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Vertiefung mit Charakter


Vertiefung mit Charakter


Im dritten Ausbildungsjahr des Schwerpunktfachs Bildnerisches Gestalten am Gymnasium Thun vertiefen sich 27 Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 27g während eines Semesters in kleinen Gruppen in ein selbstgewähltes Thema.

 

Text Katharina Suhr

Fotos Janick Sommer

 

Für das dritte Ausbildungsjahr dürfen die Schülerinnen und Schüler zwei Semesterkurse wählen. Die vier Wochenlektionen des SF BG sind dafür in zwei Lektionen Unterricht im Klassenverband und in zwei Lektionen im Vertiefungskurs aufgeteilt. Dieses Jahr fiel die Auswahl der Schülerinnen und Schüler auf fünf Themengebiete: analoge Fotografie, Schmuckgestaltung, Kleider und Accessoires, Siebdruck und Objektdesign. Die Konzentration auf ein Thema während eines Semesters und die reduzierte Gruppengrösse ermöglichen allen eine intensive, vertiefte und propädeutische Auseinandersetzung mit komplexen Techniken, aufwändigen Gestaltungsprozessen und differenzierten Fragen der Formfindung. Zum Abschluss jedes Semesters wurden die Ergebnisse der Kurse gegenseitig präsentiert.

 

So wurde analoges Filmmaterial belichtet und im Fotolabor entwickelt. Tonwerte, Kontraste und Komposition wurden differenziert im Labor unter der Belichtungslampe beeinflusst, bis die Abzüge eine überzeugende Einheit ergaben. Die Schülerinnen und Schüler arbeiteten in Zweiergruppen und intensivierten dabei den Austausch über die technischen Feinheiten und die angestrebte Qualität des Ergebnisses.

 

Gestartet wurde gemeinsam mit «Cire perdue», einem Wachsausschmelzverfahren in verlorener Form, das zu den ältesten Metallgusstechniken der Menschen gehört. Anschliessend konnten die Schülerinnen und Schüler individuell ihre Ideen aus den unterschiedlichsten Techniken und Materialien umsetzen: Sand- und Epoxidharzguss, gestanztes und gehämmertes Messing- und Silberblech, geknüpftes Garn oder geflochtener Silberdraht wurden auch mit unüblichen Materialien wie Blütenblättern oder gefundenen Verbindungsstücken aus der Werkstatt kombiniert.

 

Der Siebdruck bietet neben der seriellen Vervielfältigung eines Motivs ein grosses Experimentierfeld. Je nach Interesse wurden Farben, Flächen, Struktur, Schichten, Wiederholungen unterschiedlich kombiniert und erprobt. Entstanden sind Unikate auf Papier und Textil. Als Motive dienten unter anderem Früchte und Hüte.

 

Im textilen Gestalten bringen die Schülerinnen und Schüler unterschiedliches Vorwissen mit. Aufbauend auf diesem Können wurden Taschen, Etuis und Kleidungsstücke vom Entwurf über die Schnittentwicklung hin zum genähten Produkt erstellt. Dieser Prozess ist nicht nur linear. Er benötigt bis zum fertigen Ergebnis Skizzen, Materialexperimente, technische Probestücke, Variationen von Schnitten und Anpassungen an Idee und Form.

 

Individuelle Moodboards zu den Begriffen «Dynamisch», «Vergänglich» und «Symmetrisch» begleiteten die Entstehungsprozesse neuer Gebrauchsgegenstände. Die Suche nach Form mit individuellem Charakter aus bekannten Materialien wie Glas, Keramik und Holz bedeutete Erproben, Experimentieren und Entdecken. So wurden Glas und Keramik zu Vasen, Tellern und Kerzen upgecycelt, neue Keramik erschaffen und vier Glasröhren, Holz und Metall zu einem Spendersystem für Müslizutaten designt.

 

Kursleitungen: Janine Strasser, Janick Sommer, Katharina Karras, Manuela Hugi, Katharina Suhr

 

 

 

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Vertiefung mit Charakter


Im dritten Ausbildungsjahr des Schwerpunktfachs Bildnerisches Gestalten am Gymnasium Thun vertiefen sich 27 Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 27g während eines Semesters in kleinen Gruppen in ein selbstgewähltes Thema.

 

Text Katharina Suhr

Fotos Janick Sommer

 

Für das dritte Ausbildungsjahr dürfen die Schülerinnen und Schüler zwei Semesterkurse wählen. Die vier Wochenlektionen des SF BG sind dafür in zwei Lektionen Unterricht im Klassenverband und in zwei Lektionen im Vertiefungskurs aufgeteilt. Dieses Jahr fiel die Auswahl der Schülerinnen und Schüler auf fünf Themengebiete: analoge Fotografie, Schmuckgestaltung, Kleider und Accessoires, Siebdruck und Objektdesign. Die Konzentration auf ein Thema während eines Semesters und die reduzierte Gruppengrösse ermöglichen allen eine intensive, vertiefte und propädeutische Auseinandersetzung mit komplexen Techniken, aufwändigen Gestaltungsprozessen und differenzierten Fragen der Formfindung. Zum Abschluss jedes Semesters wurden die Ergebnisse der Kurse gegenseitig präsentiert.

 

So wurde analoges Filmmaterial belichtet und im Fotolabor entwickelt. Tonwerte, Kontraste und Komposition wurden differenziert im Labor unter der Belichtungslampe beeinflusst, bis die Abzüge eine überzeugende Einheit ergaben. Die Schülerinnen und Schüler arbeiteten in Zweiergruppen und intensivierten dabei den Austausch über die technischen Feinheiten und die angestrebte Qualität des Ergebnisses.

 

Gestartet wurde gemeinsam mit «Cire perdue», einem Wachsausschmelzverfahren in verlorener Form, das zu den ältesten Metallgusstechniken der Menschen gehört. Anschliessend konnten die Schülerinnen und Schüler individuell ihre Ideen aus den unterschiedlichsten Techniken und Materialien umsetzen: Sand- und Epoxidharzguss, gestanztes und gehämmertes Messing- und Silberblech, geknüpftes Garn oder geflochtener Silberdraht wurden auch mit unüblichen Materialien wie Blütenblättern oder gefundenen Verbindungsstücken aus der Werkstatt kombiniert.

 

Der Siebdruck bietet neben der seriellen Vervielfältigung eines Motivs ein grosses Experimentierfeld. Je nach Interesse wurden Farben, Flächen, Struktur, Schichten, Wiederholungen unterschiedlich kombiniert und erprobt. Entstanden sind Unikate auf Papier und Textil. Als Motive dienten unter anderem Früchte und Hüte.

 

Im textilen Gestalten bringen die Schülerinnen und Schüler unterschiedliches Vorwissen mit. Aufbauend auf diesem Können wurden Taschen, Etuis und Kleidungsstücke vom Entwurf über die Schnittentwicklung hin zum genähten Produkt erstellt. Dieser Prozess ist nicht nur linear. Er benötigt bis zum fertigen Ergebnis Skizzen, Materialexperimente, technische Probestücke, Variationen von Schnitten und Anpassungen an Idee und Form.

 

Individuelle Moodboards zu den Begriffen «Dynamisch», «Vergänglich» und «Symmetrisch» begleiteten die Entstehungsprozesse neuer Gebrauchsgegenstände. Die Suche nach Form mit individuellem Charakter aus bekannten Materialien wie Glas, Keramik und Holz bedeutete Erproben, Experimentieren und Entdecken. So wurden Glas und Keramik zu Vasen, Tellern und Kerzen upgecycelt, neue Keramik erschaffen und vier Glasröhren, Holz und Metall zu einem Spendersystem für Müslizutaten designt.

 

Kursleitungen: Janine Strasser, Janick Sommer, Katharina Karras, Manuela Hugi, Katharina Suhr

 

 

 

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