Im Rahmen der EF-Woche zur bewegten Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert besuchten wir in der letzten Woche vor den Sommerferien Berlin. Besonders in Erinnerung bleibt der Besuch der Gedenkstätte im ehemaligen Konzentrationslager Sachsenhausen.
Text Clelia Steiner, 27gG, Linda Carle, 27gC
Fotos Clelia Steiner und Linda Carle
Am zweiten Tag, den wir in Berlin verbrachten, besuchten wir das Konzentrationslager Sachsenhausen. Mit dem Zug fuhren wir rund eine Stunde in den Vorort Oranienburg, wo sich die Gedenkstätte mit Museum befindet. Obwohl auf dem grossen, dreieckigen Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers heute nicht mehr viele der originalen Gebäude und Baracken vorhanden sind, gibt es überall verteilt zahlreiche Ausstellungen, welche viele verschiedene Aspekte des Lebens und Sterbens an diesem geschichtsträchtigen Ort thematisieren. So konnte man sehen, wie die Gefangenen arbeiten mussten, wo sie schliefen und wie sie gefoltert wurden. Zudem ist die ehemalige Krankenbaracke erhalten, wo man viel über die Menschenversuche erfuhr, die die Nazis an den Häftlingen verübten.
Neben dem Führungsgebäude gab es auch eine Ausstellung darüber, was mit dem Areal nach der Befreiung durch die Sowjets geschah. Leider hatte die Gewalt damals kein Ende und die UdSSR hat Sachsenhausen auch in der Nachkriegszeit noch als Arbeitslager genutzt. Auch aus der Zeit der DDR gibt es ein Monument und Gebäude, denen man den kommunistischen Baustil noch ansieht; jedoch beschäftigten wir uns vorwiegend mit dem Lager zu Zeiten des NS-Regimes.
Am schockierendsten war wohl das ehemalige Krematorium, wo vor nicht einmal 100 Jahren Tausende Menschen verbrannt wurden, welche vorher im Lager durch Mord, Überarbeitung oder Krankheit den Tod gefunden hatten. Die zahlreichen Erfahrungsberichte, Zeitzeugenaussagen und Bilder machten die Qualen der damaligen Häftlinge besonders hautnah spürbar. Besonders eindrücklich machte eine Inschrift mit einer Aussage Harry Naujoks, einem Überlebenden, das Grauen erfahrbar: «Der Rauch aus den Schornsteinen der Krematorien, die Schwaden, die aus den glimmenden Knochenresten aufstiegen, legten sich auf das Lager und die Umgebung. Wurden die Feurer zu höherer Leistung entfacht, so flogen dicke Russflocken hernieder und hinerliessen Flecken auf Kleidern, Händen und Gesichtern. Dieses Morden war uns ständig gegenwärtig. Das Schlimmste war unsere Ohnmacht.»
Der Tag in Sachsenhausen zwar überaus spannend und informativ, jedoch auch sehr belastend und schockierend hinsichtlich all des Hasses, der dort regiert hat. Es war schwer, das alles zu realisieren und sich nicht automatisch von all dem Unheil abzuschotten. So konnte man dabei neben den geschichtlichen Aspekten auch sehr viel über sich selbst lernen, was unserer Meinung nach besonders wichtig ist, um solche Dinge nicht wieder geschehen zu lassen!
Nach dem Besuch haben wir das Erfahrene gemeinsam besprochen und reflektiert – wir würden einen Besuch auf jeden Fall jedem empfehlen!

























































