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Zwei Nebenfiguren aus «Hamlet» erobern die Bühne der neuen Aula Schadau


Zwei Nebenfiguren aus «Hamlet» erobern die Bühne der neuen Aula Schadau


Mit dem Stück «Rosenkranz und Güldenstern sind tot» wagt das Gymnasium Thun den Schritt von der KKT-Bühne in die kompaktere Aula Schadau. Das Ensemble glänzt auch im kleineren Rahmen.

 

Text Stefan Kammermann, Thuner Tagblatt

Foto PD/Michael Meier

 

Gleich zweifach hat am Freitagabend für das Gymnasium Thun eine neue Theaterära begonnen. Zum einen feiert die jüngste Produktion der gymnasialen Theatergruppe, Tom Stoppards «Rosenkranz und Güldenstern sind tot», ihre Premiere. Zum anderen wird an diesem Abend erstmals die neue Aulabühne am Standort Schadau offiziell bespielt.

 

Der Wechsel vom Kultur- und Kongresszentrum Thun (KKT) in die neue Aula mit versenkbarer Bühne war für die Verantwortlichen und das Ensemble kein leichter Schritt. Die grosse Bühne, der weite Saal und die professionelle Infrastruktur im KKT prägten bisher die Produktionen der vergangenen Jahre.

 

«Das bedeutete viel Luxus und Professionalität, die Umstellung fiel uns nicht ganz leicht», erklärt Lukas Hunziker, der gemeinsam mit Diana Huber für die Regie des diesjährigen Abschlusstheaters der Thuner Gymnasiasten verantwortlich zeichnet.

 

Insbesondere das Theaterspielen auf einer kompakteren Bühne erwies sich als Herausforderung. «Wir mussten uns zuerst an die neuen Platzverhältnisse gewöhnen», so der Co- Regisseur. Neue Lösungen mussten schliesslich auch in Sachen Bühnentechnik her. So galt es zum Beispiel, Mikrofone für die Schauspielenden anzuschaffen und einen externen Tontechniker zu engagieren.

 

 

Wechsel auf neue und kleinere Bühne als Chance

Doch der Wechsel bedeute auch eine Chance. Die über zwanzigköpfige Theatergruppe des Gymnasiums Thun wolle zeigen, dass auf der neuen, kleineren Bühne technisch anspruchsvolle und sorgfältig inszenierte Produktionen möglich seien.

 

«Der Anspruch auf Professionalität, Präzision und auf eine künstlerische Handschrift soll bleiben», erklärt Lukas Hunziker. Zudem komme die Theaterproduktion fortan mit einem deutlich günstigeren Budget zurecht, weil vorab die Miet- und Personalkosten für das KKT wegfielen. Der Umzug in die brandneue Aula biete zudem weitere Vorteile.

 

Erstmals seien die Gymnasiasten mitverantwortlich für die Verpflegung der Theatergäste. «Eine Schülergruppe betreibt die Theaterbar eigenständig und hat dazu eigens ein Konzept erarbeitet », erklärt der Co-Regisseur.

 

 

Ein Stück über Identität und Überforderung

Mit Tom Stoppards «Rosenkranz und Güldenstern sind tot» hat das Ensemble ein Stück gewählt, das wie geschaffen ist für einen Neubeginn. Dieser jedenfalls gelingt dem gymnasialen Ensemble vorzüglich. Die jungen Darstellerinnen und Darsteller strotzen nur so von Spielfreude und Engagement. Insbesondere die mehrfach besetzten Hauptrollen bewältigen viel Text mit Bravour.

 

Tom Stoppard, der im November 2025 verstorben ist, stellt zwei Nebenfiguren aus Shakespeares «Hamlet» ins Zentrum, Figuren, die im Original kaum mehr als Randnotizen sind. Rosenkranz und Güldenstern werden an den dänischen Hof geschickt, um Hamlet auszuspionieren. Doch sie wissen weder genau, warum sie unterwegs sind, noch welche Rolle sie in der grossen Tragödie spielen sollen. Während sie versuchen, die Handlung zu verstehen, verlieren sie sich zunehmend in ihr sowie in der Frage, wer sie eigentlich sind. «Alles wächst uns über den Kopf», lautet der Tenor.

 

 

Philosophische Dialoge und Slapstick

Zwischen Slapstick, philosophischen Dialogen und existenzieller Verwirrung entfaltet sich ein Stück, das zugleich leichtfüssig und tiefgründig ist. Orientierung finden die beiden Figuren bei einer heruntergekommenen Schauspieltruppe, die sich mit spielerischer Leichtigkeit durch die Intrigen des Hofes bewegt. Vielleicht, so deutet Stoppard an, weil sie etwas begriffen haben: Der Tod ist gewiss, warum also nicht ein Spiel daraus machen?

 

Das Publikum jedenfalls quittiert die Leistung des gesamten Ensembles und der Musikerinnen unter der Leitung von Ueli Hess mit langem Applaus.

 

Hinweis: Die Publikation erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Thuner Tagblatts. Der Text wurde leicht gekürzt.

 

 

 

 

 

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Zwei Nebenfiguren aus «Hamlet» erobern die Bühne der neuen Aula Schadau


Mit dem Stück «Rosenkranz und Güldenstern sind tot» wagt das Gymnasium Thun den Schritt von der KKT-Bühne in die kompaktere Aula Schadau. Das Ensemble glänzt auch im kleineren Rahmen.

 

Text Stefan Kammermann, Thuner Tagblatt

Foto PD/Michael Meier

 

Gleich zweifach hat am Freitagabend für das Gymnasium Thun eine neue Theaterära begonnen. Zum einen feiert die jüngste Produktion der gymnasialen Theatergruppe, Tom Stoppards «Rosenkranz und Güldenstern sind tot», ihre Premiere. Zum anderen wird an diesem Abend erstmals die neue Aulabühne am Standort Schadau offiziell bespielt.

 

Der Wechsel vom Kultur- und Kongresszentrum Thun (KKT) in die neue Aula mit versenkbarer Bühne war für die Verantwortlichen und das Ensemble kein leichter Schritt. Die grosse Bühne, der weite Saal und die professionelle Infrastruktur im KKT prägten bisher die Produktionen der vergangenen Jahre.

 

«Das bedeutete viel Luxus und Professionalität, die Umstellung fiel uns nicht ganz leicht», erklärt Lukas Hunziker, der gemeinsam mit Diana Huber für die Regie des diesjährigen Abschlusstheaters der Thuner Gymnasiasten verantwortlich zeichnet.

 

Insbesondere das Theaterspielen auf einer kompakteren Bühne erwies sich als Herausforderung. «Wir mussten uns zuerst an die neuen Platzverhältnisse gewöhnen», so der Co- Regisseur. Neue Lösungen mussten schliesslich auch in Sachen Bühnentechnik her. So galt es zum Beispiel, Mikrofone für die Schauspielenden anzuschaffen und einen externen Tontechniker zu engagieren.

 

 

Wechsel auf neue und kleinere Bühne als Chance

Doch der Wechsel bedeute auch eine Chance. Die über zwanzigköpfige Theatergruppe des Gymnasiums Thun wolle zeigen, dass auf der neuen, kleineren Bühne technisch anspruchsvolle und sorgfältig inszenierte Produktionen möglich seien.

 

«Der Anspruch auf Professionalität, Präzision und auf eine künstlerische Handschrift soll bleiben», erklärt Lukas Hunziker. Zudem komme die Theaterproduktion fortan mit einem deutlich günstigeren Budget zurecht, weil vorab die Miet- und Personalkosten für das KKT wegfielen. Der Umzug in die brandneue Aula biete zudem weitere Vorteile.

 

Erstmals seien die Gymnasiasten mitverantwortlich für die Verpflegung der Theatergäste. «Eine Schülergruppe betreibt die Theaterbar eigenständig und hat dazu eigens ein Konzept erarbeitet », erklärt der Co-Regisseur.

 

 

Ein Stück über Identität und Überforderung

Mit Tom Stoppards «Rosenkranz und Güldenstern sind tot» hat das Ensemble ein Stück gewählt, das wie geschaffen ist für einen Neubeginn. Dieser jedenfalls gelingt dem gymnasialen Ensemble vorzüglich. Die jungen Darstellerinnen und Darsteller strotzen nur so von Spielfreude und Engagement. Insbesondere die mehrfach besetzten Hauptrollen bewältigen viel Text mit Bravour.

 

Tom Stoppard, der im November 2025 verstorben ist, stellt zwei Nebenfiguren aus Shakespeares «Hamlet» ins Zentrum, Figuren, die im Original kaum mehr als Randnotizen sind. Rosenkranz und Güldenstern werden an den dänischen Hof geschickt, um Hamlet auszuspionieren. Doch sie wissen weder genau, warum sie unterwegs sind, noch welche Rolle sie in der grossen Tragödie spielen sollen. Während sie versuchen, die Handlung zu verstehen, verlieren sie sich zunehmend in ihr sowie in der Frage, wer sie eigentlich sind. «Alles wächst uns über den Kopf», lautet der Tenor.

 

 

Philosophische Dialoge und Slapstick

Zwischen Slapstick, philosophischen Dialogen und existenzieller Verwirrung entfaltet sich ein Stück, das zugleich leichtfüssig und tiefgründig ist. Orientierung finden die beiden Figuren bei einer heruntergekommenen Schauspieltruppe, die sich mit spielerischer Leichtigkeit durch die Intrigen des Hofes bewegt. Vielleicht, so deutet Stoppard an, weil sie etwas begriffen haben: Der Tod ist gewiss, warum also nicht ein Spiel daraus machen?

 

Das Publikum jedenfalls quittiert die Leistung des gesamten Ensembles und der Musikerinnen unter der Leitung von Ueli Hess mit langem Applaus.

 

Hinweis: Die Publikation erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Thuner Tagblatts. Der Text wurde leicht gekürzt.

 

 

 

 

 

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