Editorial

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«Die Erde neu betrachten»: ETH-Vibes am Gymnasium Thun


«Die Erde neu betrachten»: ETH-Vibes am Gymnasium Thun


Die Technische Hochschule Zürich brachte Forschung und Wissenschaft direkt an den Gymer. Highlights waren Vorträge renommierter Professoren. Darunter Prof. Thomas H. Zurbuchen, ehemaliger Leiter der Wissenschaftsdivision der NASA, sowie Prof. Reto Knutti, einer der führenden Klimaforscher der Schweiz.

 

Text Stefanie Frei, André Eggenschwiler

 

Das Projekt «ETH unterwegs» brachte Forschung ans Gymnasium Thun und verwandelte zwei Schultage in ein ganz spezielles Erlebnis. Den Auftakt machte am vergangene Woche Prof. Thomas H. Zurbuchen, NASA-Wissenschaftsdirektor von 2016 bis 2022 und selbst ehemaliger Schüler des Gymnasiums Thun.

 

Sein Beitrag «Looking at the Earth in a new way» war eine Einladung zum Blick aus dem All und eine gedankliche Reise: Satelliten, Messsysteme und globale Datennetze erlauben es, die Erde als zusammenhängendes System zu begreifen, denn Klima, Ozeane und menschliches Handeln sind untrennbar miteinander verwoben.

 

Zurbuchen betonte, dass viele wissenschaftliche Durchbrüche nicht aus völlig neuen Entdeckungen entstehen, sondern daraus, bekannte Zusammenhänge neu zu denken. «Es sind oft die gleichen Geschichten, einfach anders beleuchtet», so seine Erfahrung. Genau dafür lege eine breite gymnasiale Ausbildung die Grundlage. In der anschliessenden Fragerunde liessen sich die Schülerinnen und Schüler von seiner überraschend persönlichen Offenheit über Rückschläge und Umwege inspirieren.

 

 

Gletscher, Kipppunkte und ein nüchterner Optimismus

Am Dienstag besuchten die Schülerinnen und Schüler der beiden obersten Jahrgänge Vorträge renommierter ETH-Forschender. Besonders in Erinnerung blieb Prof. Reto Knutti, aufgewachsen im Berner Oberland, der eindrücklich zeigte, wie komplex der Klimawandel ist. Nicht einzelne Extremereignisse stehen im Zentrum, sondern ein gesamtes System, das aus dem Gleichgewicht gerät: Lange scheint wenig zu passieren, bis Kipppunkte erreicht werden.

 

Doch Knutti warnte davor, angesichts der Dringlichkeit zum Handeln in Pessimismus zu verfallen. Seine Botschaft: Lösungen existieren. Entscheidend sei, ob die Gesellschaft den politischen und wirtschaftlichen Willen aufbringe, sie umzusetzen. Diese Mischung aus Nüchternheit und Hoffnung ist wichtig beim neuen Blick auf die Erde.

 

 

Wer baut die stabilste Brücke?

Auch der praktische Erfindergeist kam nicht zu kurz: Zwei Klassen stellten sich beim Brückenbau-Wettbewerb einer handfesten Ingenieursaufgabe. Die Vorgaben waren klar: Die Brücke sollte genau einen Meter lang und maximal 100 Gramm schwer sein. Was die Schüler daraus machten, war beeindruckend vielfältig: Jede Konstruktion zeigte eine eigene Strategie, jede Gruppe hatte ihre eigene Antwort auf die Frage, wie man mit wenig Material möglichst viel Stabilität erreicht.

 

Den Härtetest lieferte eine Zugmaschine, die die Brücken bis an ihre Belastungsgrenze brachte. Ein anschaulicher Beweis, dass Physik und Ingenieurdenken keine Theorie bleiben müssen.

 

 

Feuer, Nebel und ein Hauch Magie

Den Abschluss bildete die Chemieshow im Schadausaal des KKThun, inspiriert von den Experimentalvorlesungen der ETH. Flüssiger Stickstoff erzeugte dichte Nebelwolken, Flüssigkeiten wechselten scheinbar magisch ihre Farbe, leuchtende Reaktionen liessen Physik und Chemie sichtbar werden. Spektakel und Erklärung gingen Hand in Hand – und für viele im Publikum war es der Moment, in dem Wissenschaft aufhörte, abstrakt zu sein.

 

 

Link zur Website von MINT am Gymthun: MINT am Gymthun – MINT-Schulanlässe

 

 

 

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Abschlussklassen

Verabschiedungen

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«Die Erde neu betrachten»: ETH-Vibes am Gymnasium Thun


Die Technische Hochschule Zürich brachte Forschung und Wissenschaft direkt an den Gymer. Highlights waren Vorträge renommierter Professoren. Darunter Prof. Thomas H. Zurbuchen, ehemaliger Leiter der Wissenschaftsdivision der NASA, sowie Prof. Reto Knutti, einer der führenden Klimaforscher der Schweiz.

 

Text Stefanie Frei, André Eggenschwiler

 

Das Projekt «ETH unterwegs» brachte Forschung ans Gymnasium Thun und verwandelte zwei Schultage in ein ganz spezielles Erlebnis. Den Auftakt machte am vergangene Woche Prof. Thomas H. Zurbuchen, NASA-Wissenschaftsdirektor von 2016 bis 2022 und selbst ehemaliger Schüler des Gymnasiums Thun.

 

Sein Beitrag «Looking at the Earth in a new way» war eine Einladung zum Blick aus dem All und eine gedankliche Reise: Satelliten, Messsysteme und globale Datennetze erlauben es, die Erde als zusammenhängendes System zu begreifen, denn Klima, Ozeane und menschliches Handeln sind untrennbar miteinander verwoben.

 

Zurbuchen betonte, dass viele wissenschaftliche Durchbrüche nicht aus völlig neuen Entdeckungen entstehen, sondern daraus, bekannte Zusammenhänge neu zu denken. «Es sind oft die gleichen Geschichten, einfach anders beleuchtet», so seine Erfahrung. Genau dafür lege eine breite gymnasiale Ausbildung die Grundlage. In der anschliessenden Fragerunde liessen sich die Schülerinnen und Schüler von seiner überraschend persönlichen Offenheit über Rückschläge und Umwege inspirieren.

 

 

Gletscher, Kipppunkte und ein nüchterner Optimismus

Am Dienstag besuchten die Schülerinnen und Schüler der beiden obersten Jahrgänge Vorträge renommierter ETH-Forschender. Besonders in Erinnerung blieb Prof. Reto Knutti, aufgewachsen im Berner Oberland, der eindrücklich zeigte, wie komplex der Klimawandel ist. Nicht einzelne Extremereignisse stehen im Zentrum, sondern ein gesamtes System, das aus dem Gleichgewicht gerät: Lange scheint wenig zu passieren, bis Kipppunkte erreicht werden.

 

Doch Knutti warnte davor, angesichts der Dringlichkeit zum Handeln in Pessimismus zu verfallen. Seine Botschaft: Lösungen existieren. Entscheidend sei, ob die Gesellschaft den politischen und wirtschaftlichen Willen aufbringe, sie umzusetzen. Diese Mischung aus Nüchternheit und Hoffnung ist wichtig beim neuen Blick auf die Erde.

 

 

Wer baut die stabilste Brücke?

Auch der praktische Erfindergeist kam nicht zu kurz: Zwei Klassen stellten sich beim Brückenbau-Wettbewerb einer handfesten Ingenieursaufgabe. Die Vorgaben waren klar: Die Brücke sollte genau einen Meter lang und maximal 100 Gramm schwer sein. Was die Schüler daraus machten, war beeindruckend vielfältig: Jede Konstruktion zeigte eine eigene Strategie, jede Gruppe hatte ihre eigene Antwort auf die Frage, wie man mit wenig Material möglichst viel Stabilität erreicht.

 

Den Härtetest lieferte eine Zugmaschine, die die Brücken bis an ihre Belastungsgrenze brachte. Ein anschaulicher Beweis, dass Physik und Ingenieurdenken keine Theorie bleiben müssen.

 

 

Feuer, Nebel und ein Hauch Magie

Den Abschluss bildete die Chemieshow im Schadausaal des KKThun, inspiriert von den Experimentalvorlesungen der ETH. Flüssiger Stickstoff erzeugte dichte Nebelwolken, Flüssigkeiten wechselten scheinbar magisch ihre Farbe, leuchtende Reaktionen liessen Physik und Chemie sichtbar werden. Spektakel und Erklärung gingen Hand in Hand – und für viele im Publikum war es der Moment, in dem Wissenschaft aufhörte, abstrakt zu sein.

 

 

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