Zwei Klassen mit Schwerpunktfach PPP reisten nach Bergamo. Thema der Woche: das ästhetische Empfinden.
Text und Fotos Viola Kopp, 28gH
Am Montagmorgen um 07:34 Uhr hiess es: Aufbruch nach Bergamo. Allerdings hatten wir nicht mit einem Unterbruch in Chiasso gerechnet, weshalb wir erst zwei Stunden später als geplant an unserem Ziel – Bergamo – eintrafen. Alle waren erschöpft, weshalb wir uns umso mehr auf die gekühlten Zimmer im Central Hostel freuten: Jeweils vier bis sechs Personen teilten sich ein Zimmer, welches gemütlich und ordentlich eingerichtet war.
Am Montagabend hatten wir die Möglichkeit, in kleineren Grüppchen in Bergamo essen zu gehen. Ob in der Città Alta oder beim Take-away direkt neben dem Hostel: Wir alle genossen den ersten Abend in vollen Zügen und liessen uns von der majestätischen Stadt mit ihren farbigen Gebäuden und verträumten Gässchen verzaubern.
Am Dienstag fuhren wir mit dem Bus nach Camerata Cornello. Von dort aus liefen wir zu Fuss zurück nach San Pellegrino. Die Wanderung war sehr schön und führte uns vorbei an alten Steinhäuschen, durch grüne Wälder und saftige Wiesen. Wegen des Regens waren die Steine rutschig, sodass wir unsere Wanderfähigkeiten unter Beweis stellen durften.
Während der Wanderung hatten wir immer wieder Gelegenheit, mit den drei anwesenden Lehrpersonen Matteo Albrecht, Mathias Kundert und Katharina Piede ins Gespräch zu kommen und uns über Ästhetik und Schönheit auszutauschen. Bergamo sollte uns die Möglichkeit bieten, uns mit unserem eigenen ästhetischen Empfinden zu befassen und dieses in einem Essay zu Papier zu bringen – so die Idee der Woche (lesen Sie zwei Beispiele in dieser Ausgabe des JahrAus). In diesen Gesprächen erhielten wir wertvolle Tipps, wie wir unsere sehr individuellen Arbeiten angehen könnten.
Mittagspause machten wir in San Giovanni Bianco, wo wir picknickten und unsere Beine eine halbe Stunde lang ausruhten, bevor es weiterging. Nach einem Umweg auf einem etwas ungepflegten Wanderweg waren wir froh, endlich in San Pellegrino anzukommen. Einige stiegen schon kurz danach wieder in den Bus in Richtung Bergamo, während die anderen noch den Anblick des schönen Dörfchens sowie das berühmte Quellwasser genossen.
Am Abend erhielten wir erneut die Möglichkeit, die Stadt zu erkunden. Besonders gern genossen wir dabei den Ausblick von der Città Alta aus – ein Anblick, der einem fast den Atem raubte: Unzählige farbige Gebäude mit mediterranen, orangen Ziegeldächern und den schönsten Blumen an den Fenstern.
Das Programm an unserem zweitletzten Tag führte uns ins Museum Accademia Carrara. Wir hatten den Auftrag, uns durch das Museum treiben zu lassen und jene Bilder genauer zu betrachten, die uns auf den ersten Blick ansprachen. Wichtig war dabei, ein Bild nicht sofort «zu schubladisieren», sondern einen möglichst unvoreingenommenen und unbewertenden Blick darauf zu werfen. Wir machten uns Notizen in unserem Notizbuch und tauschten uns zum Schluss mit unseren Kolleginnen und Kollegen darüber aus.
Als wir das Museum am Mittag wieder verliessen, entliessen uns die Lehrpersonen in einen freien Nachmittag. Manche gingen mit Frau Piede baden, andere shoppen, wieder andere genossen die Ruhe im Zimmer und gönnten sich eine Pause. Diejenigen, die baden gingen, fuhren 30 Minuten mit dem Bus zum Schwimmbad Stezzano. Da es an diesem Tag wirklich heiss war, freuten sich alle auf die langersehnte Abkühlung. Doch als wir das Bad betraten und uns umzogen, merkten wir, dass die Bademeister gerade dabei waren, das Bassin zu räumen und alle Leute auf die Wiese zu schicken – es zog nämlich ein Gewitter auf, weshalb Baden vorübergehend nicht mehr erlaubt war. Viele von uns hatten sich schon die witzigen Einweg-Badekappen übergezogen und waren bereit, ins kühle Nass zu springen. Doch aus dem wurde nichts: Als das Wasser nach langem Warten schliesslich wieder freigegeben wurde, blieben die Rutschen – das eigentliche Highlight – leider stillgelegt. Also traten wir um 16:00 Uhr die Heimreise an. Bilanz des Ausflugs: Null Abkühlung, aber eine ordentliche Portion Schmunzeln im Gepäck.
Das anschliessende Nachtessen genossen wir mitten in der wunderschönen Città Alta, im Restaurant Circolino. Bis das Essen kam, vertrieben wir uns die Zeit mit Spielen wie Tichu oder Stadt-Land-Fluss. Die meisten Pizzen kamen bereits nach ein paar Minuten, und wir genossen das leckere Essen. Zum Nachtisch gab es für alle ein Tiramisu, das uns allen sehr schmeckte. Im Anschluss war der Abend wieder offen fürs Stadterkunden, Eisessen, Ausruhen, Spazieren und vieles mehr. Diesen letzten Abend genossen die meisten besonders ausgiebig und kehrten erst reichlich spät wieder ins Hostel zurück.
Am nächsten Morgen hiess es: Packen, Zimmer räumen und auschecken. Gegen Mittag machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof Bergamo. Nur sehr kurzfristig erfuhren wir, dass unser Zug uns nicht wie geplant bis Milano Centrale bringen würde, sondern nur bis Milano Lambrate, weshalb wir zusätzlich mit der Metro weiterfahren mussten. Wir rannten Treppen hinauf und hinunter, hetzten durch die grosse Bahnhofshalle und konnten bis zum Erreichen des Bahnsteigs nur hoffen, dass wir vollständig waren. Zum Glück klappte alles und wir erwischten den richtigen Zug Richtung Zürich. Wir – doch vor allem auch die drei Lehrpersonen – waren erleichtert, dass es uns auf den geplanten Zug gereicht hatte, sodass wir es uns nun endlich gemütlich machen konnten.
Gute drei Stunden später kamen wir am Hauptbahnhof Zürich an, wo wir uns mit Snacks eindeckten und anschliessend die letzte Verbindung zurück nach Thun antraten, von wo aus wir individuell nach Hause reisten.
Wir blicken auf eine lehrreiche, spannende und erlebnisreiche Woche zurück, die uns als Gruppe noch näher zusammengebracht hat.

























































